{"id":152,"date":"2011-05-03T14:42:56","date_gmt":"2011-05-03T13:42:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindeentwicklung-eichendorf.de\/?p=152"},"modified":"2011-05-03T14:42:56","modified_gmt":"2011-05-03T13:42:56","slug":"der-taugenichts-begeisterte-eichendorf-restlos","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.gemeindeentwicklung-eichendorf.de\/?p=152","title":{"rendered":"Der Taugenichts begeisterte Eichendorf restlos"},"content":{"rendered":"<p><strong>Schauspieler Fritz Barth pr\u00e4sentierte am Joseph von Eichendorff-Gedenktag die Novelle \u201eAus dem Leben eines Taugenichts\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Eichendorf. \u201eEichendorf wird nun die Kulturhauptstadt im Vilstal\u201c, begr\u00fc\u00dfte B\u00fcrgermeister Max Schadenfroh schmunzelnd am Samstag, 12. M\u00e4rz 2011, in der vollen Schulaula zum zweiten Teil des gro\u00dfen Joseph von Eichendorff-Gedenktages, zu dem die Gemeinde und der Gemeindeentwicklungsverein eingeladen hatten.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.gemeindeentwicklung-eichendorf.de\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Barth-Lanzendoerfer.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-full wp-image-153\" title=\"Barth-Lanzendoerfer\" src=\"http:\/\/www.gemeindeentwicklung-eichendorf.de\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Barth-Lanzendoerfer.jpg\" alt=\"Barth-Lanzendoerfer\" width=\"500\" height=\"332\" srcset=\"http:\/\/www.gemeindeentwicklung-eichendorf.de\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Barth-Lanzendoerfer.jpg 500w, http:\/\/www.gemeindeentwicklung-eichendorf.de\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Barth-Lanzendoerfer-300x199.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a>Begonnen hatte der Gedenktag am sp\u00e4ten Nachmittag mit einem Diavortrag, in dem Franz Kantner an die Oberschlesienreise im vergangenen Jahr erinnerte, und nach bester Bewirtung und vielen Gespr\u00e4chen stand am Abend mit dem Theater der zweite H\u00f6hepunkt des Gedenktages auf dem Programm. Gemeindeentwicklungsvorsitzender Uli Altmann schloss sich der Begr\u00fc\u00dfung des Gemeindeoberhauptes im \u201eEichendorff-Theater\u201c an, ehe der bekannte Schauspieler Fritz Barth die B\u00fchne eroberte. Zusammen mit Klangk\u00fcnstlerin Caro Lanzend\u00f6rfer pr\u00e4sentierte er seine humorvolle Eigeninterpretation der Novelle \u201eAus dem Leben eines Taugenichts\u201c von Joseph von Eichendorff. Dabei hielt sich der Schauspieler zwar an die Original-Geschichte und rezitierte sehr viele Textteile und Stellen aus dem Taugenichts, w\u00fcrzte die romantische Geschichte aber mit vielen witzigen \u201eAusfl\u00fcgen\u201c in die Moderne. So putzte sich der Taugenichts (der wohlgemerkt im Jahr 1822\/1823 geschrieben wurde) beispielsweise mit einer elektrischen Zahnb\u00fcrste die Z\u00e4hne, bevor er in sein \u00fcberdimensionales Bett stieg. Und als der Taugenichts im Schloss einen edlen Herren kennen lernt, fragt er diesen \u201eOh Herr von und zu Guttenberg &#8211; Sie hier? &#8211; Sagen Sie, befinden wir uns nun im kriegs\u00e4hnlichen Zustand?\u201c. Und der edle Herr antwortet \u201eMeinen Sie damit die Zust\u00e4nde am Hindukusch oder an der Uni?\u201c Auch empfiehlt der G\u00e4rtner im Schlossgarten dem Taugenichts, immer sch\u00f6n die Apothekenumschau zu lesen, was f\u00fcr viel Heiterkeit im Publikum sorgte, ebenso wie die Aussage des Taugenichts \u201eOh, das Bier perlt nicht mehr \u2013 dann ist es kein Graf Arco!\u201c Zwischendrin imitierte Fritz Barth sehr gekonnt den ber\u00fchmten Schauspieler Heinz R\u00fchmann, plauderte perfekt im Hamburger Dialekt, bedauerte, dass seit Kachelmann und Guttenberg nichts Gescheites mehr in der Bild-Zeitung steht und tr\u00e4llert auf seinem Weg nach Italien das Lied \u201eBerlusconi ich komme &#8211; bunga bunga &#8211; molto silicone\u201c. Auch das Publikum wurde in das heitere Spiel des Schauspielers eingebunden, so begl\u00fcckw\u00fcnschte der Taugenichts die Gattin des B\u00fcrgermeisters Edith zu dem Gl\u00fccksgriff, den sie mit ihrem reichen Mann getan hat. Anschlie\u00dfend teilte Fritz Barth sein f\u00fcrstliches Festmahl am Schloss in Italien, das aus einer frisch ge\u00f6ffneten Portion Dosenfisch bestand, mit den Zuschauern. Trotz Rauchverbots in \u00f6ffentlichen Geb\u00e4uden z\u00fcndete sich der Taugenichts auch die eine oder andere Zigarette an und rauchte diese gen\u00fcsslich auf der B\u00fchne &#8211; schlie\u00dflich gab es ja 1823 noch kein Rauchverbot. Trotz der vielen Zwischengags, die vom restlos begeisterten Publikum mit viel Beifall belohnt wurden, hielt sich Fritz Barth jedoch an das Original-\u201eDrehbuch\u201c und erz\u00e4hlte musizierend und rezitierend die Geschichte des Taugenichts, der auszog, um sein Gl\u00fcck zu finden. In der Novelle spielt der Taugenichts mit einer Violine, Fritz Barth erfreute die Zuschauer jedoch mit seinem wundersch\u00f6nen Hornspiel und Klangk\u00fcnstlerin Caro Lanzend\u00f6rfer untermalte die Geschichte mit einer passenden Ger\u00e4uschkulisse und wundersch\u00f6nem Gesang.<\/p>\n<p>Zur Geschichte: Der Taugenichts, ein Ich-Erz\u00e4hler, ist ein M\u00fcllerssohn, und hat Sehnsucht nach der Ferne. Als der Vater ihn einen Taugenichts nennt und zum Wandern auffordert, kommt er der Aufforderung gerne nach und zieht mit seiner Geige (in diesem Fall einem Horn) zur Stadt hinaus. Eine Kutsche mit zwei sch\u00f6nen Damen nimmt ihn mit, er wird auf ihrem Schloss in der N\u00e4he Wiens G\u00e4rtnerbursche.<\/p>\n<p>Er verliebt sich in die j\u00fcngere der Damen, Aurelie, doch sie ist unerreichbar f\u00fcr ihn. So beschlie\u00dft er weiterzuwandern und kommt bis nach Rom. Dort ger\u00e4t er an eine bunte Gesellschaft von verkleideten Adligen und K\u00fcnstlern und verf\u00e4ngt sich in einem undurchsichtigen Netz von Liebesabenteuern, Verlockungen und geheimnisvollen Versteckspielen, aus dem er sich erst befreien kann, als die Sehnsucht nach Aurelie \u00fcbergro\u00df wird und er eine Nachricht von seiner vermeintlichen Liebsten erh\u00e4lt. Er beschlie\u00dft, zu ihr zur\u00fcckzukehren. Zusammen mit Prager Studenten gelangt er schlie\u00dflich auf einem Schiff zum Schloss zur\u00fcck. Dort stellt sich heraus, dass Aurelie keine unnahbare Adlige, sondern die Nichte des Portiers ist. Auch sie ist in den Taugenichts verliebt und die beiden heiraten.<\/p>\n<p>Erfreut \u00fcber das &#8222;Happy End&#8220; und die \u00fcberaus gelungene Darbietung des romantisch-komischen Theatersolos \u00fcbersch\u00fcttete das Publikum den Schauspieler Fritz Barth und seine bezaubernde Kollegin Caro Lanzend\u00f6rfer mit nicht enden wollendem Beifall. (Susi Zinner)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schauspieler Fritz Barth pr\u00e4sentierte am Joseph von Eichendorff-Gedenktag die Novelle \u201eAus dem Leben eines Taugenichts\u201c Eichendorf. \u201eEichendorf wird nun die Kulturhauptstadt im Vilstal\u201c, begr\u00fc\u00dfte B\u00fcrgermeister Max Schadenfroh schmunzelnd am Samstag, 12. M\u00e4rz 2011, in der vollen Schulaula zum zweiten Teil des gro\u00dfen Joseph von Eichendorff-Gedenktages, zu dem die Gemeinde und der Gemeindeentwicklungsverein eingeladen hatten. 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