Am vergangenen Montag, 21. November 2011, trafen sich einige Mitglieder des Vereins Gemeindeentwicklung zu einem weiteren Treffen der Ideenwerkstatt.
Zunächst begrüßte Vorsitzender Uli Altmann die gleichgesinnten „Weltverbesserer“ und freute sich, den Anwesenden bekanntgeben zu dürfen, dass die Planungen für den Denkmalstandort vor der Joseph von Eichendorff-Mittelschule konkrete Formen annehmen.
Den Sommer über war man bereits fleißig gewesen: Landschaftsarchitekt Achim Ruhland, ein Mitglied des Vereins, zu dem der Leiter der Arbeitsgruppe 5, Sebastian Gehwolf, Kontakt herstellen konnte, hat nach dem letzten Ortstermin eines Teils der Vorstandschaft einen Entwurf für die erste Station des in Planung befindlichen Joseph von Eichendorff-Panoramaweges angefertigt. Diesen Entwurf stellte der jetzige Leiter der Koordinationsstelle, der geschäftsleitende Beamte des Marktes Eichendorf, Franz Kantner, den Anwesenden vor.
So finden die Eiche aus Lubowitz, die Dank der guten Pflege von Hausmeister Max Nirschl wächst und gedeiht, und die heuer vom Markt Eichendorf erworbene Bronzebüste des Freiherrn von Eichendorff in einem Bereich unweit der Schulbushaltestelle einen würdigen Platz. An eine behindertengerechte Gestaltung wurde ebenso gedacht, wie an eine indirekte Beleuchtung des Denkmals und auch daran, dass zwei Gedenk- und Informationstafeln aufgestellt werden sollen, auf denen Erläuterungen zu Leben und Werk des Dichters zu finden sein werden. Auf einen Vorschlag von Hausmeister Nirschl hin wird man vorerst davon absehen, Ruhebänke am Denkmal aufzustellen, da diese – wie sich in der Vergangenheit öfter zeigte – mittelbar zum Unruhestiften verleiten.

Den Inhalt der Tafeln zu erarbeiten, ist eine der nächsten Aufgaben des Vereins.
Dazu hat die Vorstandschaft während der vergangenen Monate biografische Werke des Spätromantikers durchforstet, komprimiert schriftlich erfasst und chronologisch geordnet. Die wichtigsten Lebensstationen sollen in einem so genannten Zeitstrahl auf der ersten Tafel grafisch und textlich eingearbeitet werden. In diesem Zeitstrahl sollen auch Daten aus der bayerischen Geschichte und der Weltgeschichte – von 1788 bis 1857, der Zeit, in der der Dichter lebte – zu finden sein, um es dem Betrachter zu ermöglichen, Leben und Werk des Dichters zeitlich leichter einordnen zu können.
Auf der zweiten Tafel wird neben einer Karte mit dem Verlauf des ca. sechs Kilometer langen Wander- und Radweges ein passendes Gedicht aus dem umfangreichen lyrischen Werk des bedeutenden Spätromantikers und ein einführender Text abgedruckt, der dem Wanderer nahe bringt, warum Eichendorff und Eichendorf zusammengehören und warum es sich für ihn lohnt, sich mit dem Dichter auf diese kleine Reise zu begeben.
Um Tradition und Moderne zu verbinden, soll auch eine Idee des Teamleiters der Arbeitsgruppe 2, Wolfgang Thurl, umgesetzt werden: Auf jeder Tafel soll ein so genannter QR-Codes angebracht werden. Dieser ermöglicht es dem Technikfreak, sich mit dem Scanner seines smartphones und einer Applikation kinderleicht auf die Homepage des Vereins verlinken zu lassen, um dort weiterführende Informationen zu erhalten.
Dabei wird auf die Früchte der Zusammenarbeit mit dem Pfarrverband Eichendorf zurückgegriffen. QR-Codes werden ab Dezember dieses Jahres im Pfarrbrief „BRÜCKE“ abgedruckt. Eine Gegengabe dafür, dass Uli Altmann, der derzeit auch der Webmaster der Internetseite des Pfarrverbandes ist, viele Ideen des Gemeindeentwicklungsvereins umsetzen konnte, als er heuer die Homepage programmierte.
Der Verein darf neben der aktiven Mithilfe von Vereinsmitglied Helmut Dietl, der zahlreiche alte Aufnahmen aus seinem gut sortierten Archiv, die von der Gemeindeverwaltung digitalisiert werden, zur Verfügung stellt, auch auf externe Experten in Sachen „Eichendorff“ zurückgreifen: Dipl.-Ing. Wolfgang Hartmann aus Dachau und Historiker Dr. Christian Bachner aus Teisbach.
Für eine professionelle Aufmachung der Tafeln steht dem Verein Mediengestalter Markus Maidl zur Verfügung.
Außerdem wurden in der Ideenwerkstatt bereits Überlegungen angestellt, um sich von Seiten des Vereins mit konstruktiven Beiträgen am nächstjährigen Jubiläum „850 Jahre Hofmark Adldorf“ zu beteiligen. So ist z. B. für den 9. Dezember 2012 in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Rundfunk eine Ausstrahlung des „Zwölfuhrläutens“ geplant. Einen Tag nach dem Patrozinium der Adldorfer Pfarrkirche „Maria Unbefleckte Empfängnis“.
Im Rahmen der Ideenwerkstatt konnte Team- und Projektleiter Hans Maier zwei weitere erfreuliche Nachrichten machen.
Der Pilgerbrunnen, ein echtes Kunstwerk, das Schmiedemeister Rudolf Stögmüller sen. erdacht und mit Hilfe von Erich Fraundorfer geschaffen hat, befindet sich derzeit in der Verzinkerei. Sobald die Infrastruktur für Strom und Wasser am Eichendorfer Friedhof durch den gemeindlichen Bauhof unter der Leitung von Josef Hartl ausgeklügelt ist, kann mit den weiteren Arbeiten für diese Station des Panoramaweges fortgefahren werden. Das von Kulturpreisträger Hans Riederer ausfindig gemachte Gedicht „Der Pilger“ wird die Wanderer zum Verweilen und zur Besinnung einladen. Außerdem sollen Informationen zum Friedhof und zur Kriegergedächtniskapelle Verbindung zum Ort Eichendorf herstellen. Hier darf der Verein neben Vereinsmitglied Helmut Dietl auch auf Paul Streifeneder zukommen, der sich mit der Geschichte der Eichendorfer Friedhöfe schon zum Eichendorfer Pfarreijubiläum im Jahre 1996 intensiv auseinandergesetzt hat.
Zudem konnte das im Frühjahr von den Eheleuten Leonhard und Maria Luttenbacher auf deren Dachboden entdeckte Weg- und Friedhofskreuz kunstvoll restauriert werden. Schmiedemeister Stögmüller und Malermeister Karl Bäldle übernahmen – beide wieder zum Null-Tarif – die aufwändige Restaurierung. Eine Arbeit, die sich, wie unser Bild zeigt, sichtlich gelohnt hat.

Ein Granitsockel samt Weihwasserschale aus dem reichen Sortiment von Steinmetzmeisterin Sabine Renner vom Steinmetzbetrieb Renner-Stich wird dafür sorgen, dass das wunderschöne Kruzifix in der Nähe der Streuobstwiese – auf halbem Weg zur Holzkapelle – ein stimmiges Fundament hat.
Vereinsvorsitzender Uli Altmann dankte allen Mitstreitern für ihr großes ehrenamtliches Engagement und die weitere Bereitschaft, sich für die Belange des Vereins einzusetzen, und brachte zum Ausdruck, dass sich dem Ideensammeln und ?umsetzen jederzeit weitere Mitbürgerinnen und Mitbürger anschließen dürfen. Mit dem Ausblick darauf, dass im kommenden Januar wieder eine Sitzung der gesamten Vorstandschaft angesetzt werden soll, wurde die Zusammenkunft beschlossen.