6.12.2010

„Holleradi Wurschtsalat“

Comedian Stefan Otto begeisterte das Publikum in Lappersdorf

Stefan-Otto-Lappersdorf1Eichendorf/Lappersdorf. Warum gehen Männer eigentlich an den Stammtisch und was genau tun sie dort? Was macht Bayer Schorsch, wenn sein Sohnemann „Aloisee“ Fragen zur Aufklärung stellt? Wie funktioniert die Katholische Kirche im World Wide Web? Was ist mit der Aussage „Bleib so wiast bist“ gemeint? Oder auch: Wie findet sich der „Zapper“ angesichts der Programmvielfalt des Fernsehens zwischen Castingshows, Einrichtungsepisoden und Kochsendungen zurecht? Auf all diese Fragen hatte der Dingolfinger Musikkabarettist Stefan Otto in seinem neuesten Bühnenprogramm „Holleradi Wurschtsalat“, das er am Samstag, den 30. Oktober 2010, im Kirschner-Saal in Lappersdorf präsentierte, humorvolle und schlüssige Antworten parat.

Ermöglicht hatte den heiteren Abend dem restlos begeisterten Publikum auch in diesem Jahr wieder der Gemeindeentwicklungsverein. Werner Art vom Team 5 freute sich, heuer den vielen Besuchern den Dingolfinger Künstler Stefan Otto ankündigen zu können, nachdem er sich bei allen bedankt hatte, die zum Gelingen des Abends beigetragen hatten. Und dann betrat der Dingolfinger Kabarettist Stefan Otto die Bühne und eroberte mit seinem dritten Soloprogramm „Holleradi Wurschtsalat“ die Herzen der Zuschauer im Sturm. Stefan Otto bot einen bunten „Wurschtsalat“ mit viel Klavier-, Gitarren-, und Waschbrett-Musik in bayerischer Manier, und in den Geschichten, „die das Leben schrieb“ fanden sich die amüsierten Gäste schnell wieder. Schon zu Beginn des Programms bogen sich die Zuschauer vor Lachen, als Stefan Otto, gesprochen und gesungen, das Leid eines „Zappers“ beschrieb, der mit der täglichen Programmvielfalt des Fernsehens zu kämpfen hat. Gestresst von den vielen Kanälen zappt der Mann zwischen Koch-, Einrichtungs- und Castinghows hin und her und muss sich zwischen der Heidi, die ihr „Klump“ präsentiert, dem gelockten TV-Opa Gottschalk oder dem Solarium gebruzzelten „Bruz“ und Dieter Bohlen entscheiden. Der Zuschauer fiebert mit, ob der Bauer seine Frau findet oder ob der Bulle von Tölz den Bildschirm sprengt. Und Ingrid van Bergen hätte wohl besser zum Film „die Mumie kehrt zurück“ gepasst, als ins Dschungel Camp, mutmaßte Otto – und das Publikum brüllte vor Lachen. Für seine kleinen Pausen, die er zum Schlüpfen in das nächste Kostüm benötigte, organisierte sich der Komiker kurzerhand „die Lydia“ aus dem Publikum, die als Pausenfüller zum „Trommeln“ mit einem kleinen Äffchen verdonnert wurde. Als Russe „Pretschowa“ verkleidet kam Stefan Otto zurück auf die Bühne und besang das Nationalgetränk der Russen, den Wodka, selbstverständlich im authentischen deutsch-russischen Dialekt und wurde dafür mit ebenso viel begeistertem Applaus bedacht, wie für seine anschließenden Überlegungen, wie es wohl mit der Katholischen Kirche im Computerzeitalter weitergehen wird. Bestimmt dauert es nicht mehr lange, vermutete Stefan Otto, bis man unter www.online-beichten.de seine Sünden gestehen könne, „aber passen S‘ auf, dass sie auch einen 6000-er Anschluss haben, sonst dauert der Download der Absolution so lange!“ Und bestimmt sei es von Vorteil, wenn man vor dem Beichten auf Lokalisten mit Papst Benedikt Freundschaft geschlossen hat, erklärte Stefan Otto, der auch keine Fremdwörter in seinem Programm unerklärt lies. So informierte er die Besucher unter anderem, dass er mit Handicap ein Gebrechen meint „und keine Mütze mit der Aufschrift Nokia!“ Eine weitere Attacke auf die Lachmuskeln war auch sein Lied über die Facetten des Holzes, die mit ihrer zweideutigen Bezeichnung wie „Holz vor der Hütte“ für ausgelassene Heiterkeit im Publikum sorgte. Nach einer kleinen Pause legte Stefan Otto in seinem Angriff auf das Zwerchfell der Zuschauer kräftig nach, als er als urbayerischer Schorsch seine Nöte erläuterte, die ihn –  zusammen mit seiner Frau „da Oiden“ – mit Sohnemann „Aloisee“ quälen, wenn es ums Thema Aufklärung geht. Mit seinem anschließenden Stammtisch-Song bewies der Kabarettist dann allen Frauen im Saal, dass der Mann niemals unter dem Vorwand, sich zu betrinken, zum Stammtisch geht. Zum Mitmachen wurde das Publikum dann anschließend animiert, aber nicht etwa zum roten Pferd oder dem Lasso des Cowboys, nein, zu einem selbst komponierten bayerischen Song von Stefan Otto, in dem er den „Odel“ besang, der hinter dem Stadel hervorrann, so dass sich hinter dem Haus, koa Sau mehr auskennt. Die dazu passende Choreografie zu seinem Song studierte der Kabarettist zuvor mit dem Publikum ein, das sich nicht scheute, mitzumachen. Den Abschluss des humorgeladenen und äußerst heiteren Programms bildete dann ein buntes Potpourri mit zwei Zugaben, in dem Stefan Otto zu allseits bekannten Melodien seine heiteren selber verfassten bayerischen Songtexte präsentierte, und das so dermaßen gekonnt, dass er damit der Lachmuskulatur des Publikums den Rest gab und mit lang anhaltendem Beifallsstürmen verabschiedet wurde. (Susi Zinner, LZ)

Stefan-Otto-Lappersdorf2

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