Am Sonntag, den 1. August 2010, haben sich zahlreiche interessierte Bürgerinnen und Bürger der Großgemeinde vor dem Adldorfer Schloss getroffen, um sich gemeinsam zur dritten Gemeinderadrundfahrt des Gemeindeentwicklungsvereins aufzumachen. Wie schon in den beiden vergangenen Jahren, so hat auch heuer die Arbeitsgruppe „Gastronomie & Tourismus“ dazu eingeladen. Mit zu den Zielen des Vereins gehört es ja, zunächst der eigenen Bevölkerung die – zweifelsohne zahlreich vorhandenen – Sehenswürdigkeiten der Großgemeinde zu zeigen bzw. wieder ins Bewusstsein zu bringen und es auch anderen Mitbürgerinnen und bürgern zu ermöglichen, Eichendorf besser kennen- und schätzen zu lernen.
Teamleiter Hans Maier aus Eichendorf begrüßte die interessierten Sportlerinnen und Sportler. Vereinsmitglied Franz Peterhans aus Dornach, der später das Teilnehmerfeld anführte, bestellte an der ersten Station die besten Grüße der Eichendorfer Ehrenbürgerin, Monica Gräfin von Arco auf Valley, und gab viele Informationen über das gräfliche Geschlecht derer von Arco auf Valley und die Hofmark Adldorf, die ihm von der Frau Gräfin übermittelt wurden.
Bei optimalem Radfahrwetter führte die Tour über die Schlossallee, vorbei an der Dreifaltigkeitskapelle zum Bürgerholz, wo früher das Schützenhaus stand. Heimatforscher Helmut Dietl aus Badersdorf hielt rare Fotografien bereit und wusste, zusammen mit Brauchtumsspezialist Hans Riederer aus Enzerweis, über interessante Details zu berichten. Dabei konnte auch der Standort des in der Nähe des Xaveri-Brunnens gelegenen, zwischenzeitlich aber verschwundenen Weilers Vitzdom lokalisiert werden.
Unweit des denkmalgeschützten Odinger-Anwesens (vormals Salzberger), bei dem es sich um einen so genannten „Hakenhof“ handelt, verbirgt sich ein turmartiges Backsteingebäude mit Zinnen: der vor mehr als 180 Jahren erbaute Kellerturm von Kellerhäuser, dessen riesige, in den Berg führenden Stollen früher der Gräflichen Brauerei als Eis- und Lagerkeller dienten. Die Besitzer des Turmes, die Familie Karl Zankl jun., wurden für dessen vorbildliche Renovierung im Jahre 2000 mit der bayerischen Denkmalschutzmedaille ausgezeichnet.
Als nächstes Ziel der Rundfahrt stand die Holzkapelle in Kellerhäuser auf dem Plan. Dort hieß die Familie Flexeder, die sich um die Pflege des Gotteshauses und die Mesnerei kümmert, die Gruppe herzlich willkommen. Mesnerin Rosemarie Flexeder wusste viel Interessantes über das Schmuckstück und seine Geschichte zu berichten. Drei der zahlreichen Votivtafeln befinden sich als Leihgabe im Museum auf dem Bogenberg, zu dem das Gnadenbild des Eichendorfer Kleinods, das die Heilige Maria mit dem ungeborenen Jesuskind im Schoß zeigt, eine enge Verbindung hat.
Nachdem sich die Gruppe von dem herrlichen Panoramablick trennen konnte und zur Erinnerung ein Gruppenfoto vor der Kapelle aufgenommen worden war, ging es über die Iserl-Kapelle (Sorgewitz) zum restaurierten Kriegsheimkehrer-Kreuz bei Rödlhub (Huber) und von dort über Granitz nach Indersbach, wo die Freiwillige Feuerwehr gerade ihr Grillfest beendet hatte. Beim Schauerkreuz in Indersbach, das 1847 am unteren Dorfeingang errichtet worden war und im Längsbalken des Kreuzes aufwändige religiöse Reliefschnitzereien zeigt, machten die Radler ihren nächsten Stopp.
Das ca. fünf Meter hohe Kunstwerk wurde von Kajetan Kellermann geschaffen, als Dank dafür, dass der Hagel, der 1844 die ganze Ernte vernichtet hatte, ausgeblieben war.
Der Berg nach Attenkaisen hatte der Gruppe einiges abverlangt, ehe es dann ohne sportliche Anstrengung, vorbei an Haag und Burgstall, bergab zur Loiblkapelle bei Prunn ging, wo man links wieder auf den sicheren Radweg einbog, um – an der Gräflichen Gruft vorbei – zur Adldorfer Pfarrkirche Mariä Unbefleckte Empfängnis zu gelangen. Dort gab Erika Aumüller eine eindrucksvolle und kurzweilige Kirchenführung durch eines der wohl schönsten Gotteshäuser im Vilstal, in dem sich unter dem gräflichen Oratorium die Sankt-Nepomuk-Kapelle (mit Kreuzgewölbe) befindet. In das Oratorium gelangt die gräfliche Familie über einen ca. 60 Meter langen Bogengang, der das Schloss mit der Kirche verbindet.
Nachdem die Tourteilnehmer im Anschluss an die Führung rege von der Möglichkeit Gebrauch gemacht haben, die reich mit künstlerischen Meisterwerken ausgestattete Pfarrkirche genau zu besichtigen, war es nicht mehr weit zum Schlossgasthof Arco Quelle. Dort wurden den verbliebenen durstigen Radlern im schattigen Biergarten „gschmackige“ Wurstsalate, leckere Eisbecher und der heiß ersehnte kühle Trunk aufgetischt.
Bei Speis und Trank gab es in geselliger Runde noch einige Anekdoten und Neuigkeiten zu berichten, ehe sich die Radsportler langsam wieder auf den Weg nach Hause machten.
(UA)